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Notstromaggregat fürs Einfamilienhaus: was es versorgt und wie lange

Die Frage klingt nach einer Zahl. Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Einschränkung: Das ganze Haus bekommt kein tragbares Gerät versorgt — die paar Dinge, die im Stromausfall wirklich zählen, schon.

Bei einem längeren Stromausfall geht es in einem Einfamilienhaus nicht darum, alles weiterlaufen zu lassen. Es geht um ein paar Geräte: Kühlschrank und Gefriertruhe, die Heizung, ein bisschen Licht und der Router. Für genau diese Auswahl ist ein tragbares Notstromaggregat gebaut — für mehr nicht.

Ein ganzes Haus schafft kein tragbares Gerät

Der ADAC beziffert den Leistungsbedarf eines ganzen Einfamilienhauses mit rund 5 bis 10 Kilowatt. Die 16 Geräte in unserem Vergleich liefern dauerhaft 650 bis 3.200 Watt. Selbst das stärkste erreicht damit nicht einmal die untere Grenze. Wer das ganze Haus absichern will, braucht eine stationäre Anlage mit fester Installation — das ist eine andere Geräteklasse und ein Fall für den Fachbetrieb.

Die gute Nachricht: Für das, was im Ernstfall zählt, reicht viel weniger.

Was wirklich laufen muss

VerbraucherRichtwert laut ADAC
Kühlschrankca. 200 W
Heizungspumpeca. 25 bis 100 W
Router und Lichtca. 100 W
Zusammenca. 325 bis 400 W

Quelle: ADAC, Ratgeber Notstromaggregat. Richtwerte — maßgeblich ist das Typenschild deiner Geräte.

Das klingt nach einem kleinen Gerät. Zwei Dinge verschieben die Rechnung aber nach oben:

  • Der Anlauf. Alles mit Motor — Kühlschrank, Gefriertruhe, Pumpe — zieht beim Einschalten kurz ein Vielfaches seiner Nennleistung. Laufen Kühlschrank und Gefriertruhe am selben Aggregat, kann das zusammenfallen. Wie groß die Reserve sein muss, steht unter Dauerleistung.
  • Die Dauerleistung zählt, nicht die Zahl auf dem Karton. Beworben wird fast immer die Spitzenleistung, die nur kurz zur Verfügung steht.

Von den 16 Geräten im Vergleich liefern 11 mindestens 1.000 Watt Dauerleistung. Damit bleibt für Kühlschrank, Heizung und Licht spürbar Luft für den Anlauf. Die kleinen Geräte unter 1.000 Watt kommen zurecht, wenn die Verbraucher nacheinander statt gleichzeitig laufen.

Die Heizung: klein im Verbrauch, heikel im Anschluss

Eine Gas- oder Ölheizung braucht im Stromausfall nicht viel Leistung — Pumpe und Steuerung, laut ADAC 25 bis 100 Watt für die Pumpe. Das Problem ist ein anderes: Der Heizkessel hängt in aller Regel fest an der Hausinstallation, nicht an einer Steckdose.

Einspeisen ins Hausnetz nur über einen Netzumschalter vom Elektriker. Ohne fachgerecht installierte Umschalteinrichtung ist die Einspeisung lebensgefährlich, weil Spannung ins öffentliche Netz zurücklaufen kann — dort, wo gerade jemand an der Leitung arbeitet. Der ADAC nennt für den Einbau 250 bis 2.000 Euro und rät, den Netzbetreiber vorher zu informieren, wenn das Aggregat fest ans Hausnetz angeschlossen werden soll.

Für die Heizungssteuerung gehört außerdem ein Inverter dazu: Nur er liefert die saubere Sinusspannung, die Elektronik verträgt. 12 der 16 Geräte im Vergleich sind Inverter — der Unterschied steht unter Inverter oder Synchrongenerator.

Und die Wärmepumpe? Der ADAC ordnet Wärmepumpen den stationären Großanlagen mit 8 bis 20 Kilowatt zu. Für eine Wärmepumpe ist keines der Geräte in unserem Vergleich gedacht.

Wie lange 20 Liter Benzin reichen

Die Menge ist nicht beliebig: In einer Garage bis 100 m² dürfen höchstens 20 Liter Benzin lagern, im Keller ebenfalls 20 Liter für den ganzen Kellerbereich, in der Wohnung nur ein Liter — und zwar in zugelassenen Kanistern (UN- oder RKK-Kennzeichnung). Wie weit diese 20 Liter tragen, rechnen wir aus Tank und Laufzeit der Hersteller:

GerätDauerleistungTankLaufzeit je Tank20 l reichen fürBenzin für 24 h
Güde ISG 800-1700 W2,1 l6,3 h60 h8,0 l
maXpeedingrods MXR 23001.800 W4,0 l11,0 h55 h8,7 l
maXpeedingrods MXR 35003.000 W4,0 l8,3 h42 h11,6 l
Güde ISG 1200-1 Q1.000 W3,0 l6,0 h40 h12,0 l
Güde GSE 951650 W3,8 l7,5 h39 h12,2 l
WELDINGER G1000800 W3,0 l5,0 h33 h14,4 l
Einhell TC-PG 10/E5680 W4,0 l6,6 h33 h14,5 l
K&S KS 1900i S1.900 W4,0 l4,5 h23 h21,3 l
K&S KS 1900iG S1.900 W4,0 l4,5 h23 h21,3 l
Einhell TC-PG 31002.600 W15,0 l11,0 h15 h32,7 l
Scheppach SG3500i3.000 W6,3 l3,6 h11 h42,0 l

11 von 16 Geräten nennen eine Laufzeit mit Lastangabe; nur diese stehen hier. Die Hersteller beziehen sich dabei nicht alle auf dieselbe Last — die Tabelle zeigt die Größenordnung, keine Rangfolge. Rechnung: 20 l × Laufzeit ÷ Tank.

Die Spanne reicht von rund 11 bis 60 Betriebsstunden. Durchlaufen muss das Aggregat aber gar nicht. Ein geschlossener Kühlschrank bleibt einige Stunden kalt, eine volle Gefriertruhe deutlich länger. Wer das Gerät in Intervallen laufen lässt — eine Stunde an, dann Pause —, streckt denselben Vorrat über Tage.

Benzin altert übrigens im Kanister und im Vergaser. Ein Stabilisator und ein Probelauf alle paar Monate sind billiger als ein Aggregat, das im Ernstfall nicht anspringt.

Drei Regeln für den Betrieb

  • Nur im Freien. Abgase sind lebensgefährlich — auch in der offenen Garage, im Carport oder im Keller mit gekipptem Fenster. Mit Abstand zu Fenstern und Türen aufstellen.
  • Verbraucher direkt anschließen. Die Geräte im Vergleich sind für den Inselbetrieb gedacht: Kühlschrank und Co. kommen per Verlängerung an die Steckdosen des Aggregats. Dafür eine Gummischlauchleitung für den Außenbereich nehmen, keine Haushaltstrommel.
  • Niemals über eine Steckdose ins Hausnetz einspeisen. Das ist genau die Rückspeisung, vor der oben gewarnt wird.

Welches Gerät passt?

Alle 16 Geräte mit Dauerleistung, Tank, Laufzeit und Bauart — fehlende Angaben stehen offen als Strich da.

Zum Stromerzeuger-Vergleich →

In Kürze

  • Ein ganzes Einfamilienhaus braucht laut ADAC 5 bis 10 kW — kein tragbares Gerät im Vergleich schafft das.
  • Kühlschrank, Heizungspumpe, Router und Licht kommen auf rund 325 bis 400 W, plus Reserve für den Anlauf.
  • Die Heizung ans Aggregat nur über einen Netzumschalter vom Elektriker; eine Wärmepumpe ist dafür zu groß.
  • 20 Liter Benzin dürfen in Garage oder Keller lagern — je nach Gerät reichen sie für 11 bis 60 Stunden, im Intervallbetrieb für Tage.

Häufige Fragen

Welches Notstromaggregat brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Für das ganze Haus rechnet der ADAC mit 5 bis 10 Kilowatt — das schafft kein tragbares Gerät. Für Kühlschrank, Heizungspumpe, Router und Licht reichen nach ADAC-Richtwerten rund 325 bis 400 Watt. Wegen des Anlaufs von Kühlschrank und Pumpe sollte die Dauerleistung deutlich darüber liegen; 11 der 16 Geräte in unserem Vergleich liefern mindestens 1.000 Watt dauerhaft.

Kann ich ein Notstromaggregat an die Heizung anschließen?

Ja, aber nur über einen Netzumschalter, den eine Elektrofachkraft einbaut. Der Heizkessel hängt meist fest an der Hausinstallation, und eine Einspeisung ohne Umschalteinrichtung ist lebensgefährlich. Der ADAC nennt 250 bis 2.000 Euro für den Einbau. Für die Heizungssteuerung sollte das Aggregat ein Inverter sein.

Reicht ein Notstromaggregat für eine Wärmepumpe?

Ein tragbares in aller Regel nicht. Der ADAC ordnet Wärmepumpen den stationären Großanlagen mit 8 bis 20 Kilowatt zu. Die Geräte in unserem Vergleich liefern 650 bis 3.200 Watt Dauerleistung.

Wie lange läuft ein Notstromaggregat mit einer Tankfüllung?

Das hängt an der Last, und viele Hersteller nennen sie nicht. Aus den Angaben mit Lastbezug ergibt sich: 20 Liter Benzin reichen je nach Gerät für rund 11 bis 60 Betriebsstunden. Im Intervallbetrieb — eine Stunde an, dann Pause — reicht derselbe Vorrat über mehrere Tage.

Wie viel Benzin darf ich für das Notstromaggregat lagern?

In einer Garage bis 100 Quadratmeter höchstens 20 Liter, im Keller 20 Liter für den gesamten Kellerbereich, in der Wohnung nur einen Liter. Erlaubt sind nur zugelassene Kanister mit UN- oder RKK-Kennzeichnung.

Darf ich ein Notstromaggregat im Keller oder in der Garage betreiben?

Nein. Die Abgase sind lebensgefährlich, auch bei offener Garagentür oder gekipptem Fenster. Das Gerät gehört ins Freie, mit Abstand zu Fenstern und Türen; die Verbraucher werden per Außen-Verlängerungskabel angeschlossen.

Veröffentlicht am 17. September 2026, zuletzt geprüft am 17. September 2026. Wir haben keines der Geräte selbst betrieben; alle Gerätewerte stammen aus den Herstellerangaben.

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